Geschichte


Die Geschichte der SPD in Wallenhorst

Die Geschichte der SPD in Wallenhorst ist noch nicht sehr alt. Während in Bramsche bereits 1872 und in Osnabrück 1875 Ortsvereine gegründet wurden, entstand erst im Jahr 1968 der erste SPD-Ortsverein im heutigen Gemeindegebiet in Lechtingen. In Lechtingen hatte die SPD auch schon vor 1945 bei Reichstagswahlen bemerkenswerte Ergebnisse erzielt.

Am 04. Juni 1968 gründeten die Sozialdemokraten Rudolf Görlich, Horst Klötzke, Fritz Lil, Ewald Meckfessel, Heinz Monien, Martin Nardmann Udo Narjes, Werner Nowak, Heinrich Schneider und Günter Schumacher den ersten SPD-Ortsverein im Gebiet der heutigen Gemeinde Wallenhorst. Rudolf Görlich wurde zum ersten Ortsvereinsvorsitzenden in Lechtingen gewählt.

Aus Hollage sind sozialdemokratische Betätigungen seit dem Ende des zweiten Weltkrieges bekannt. In dieser Zeit wurde Ferdinand Steinbrink über zwei Jahrzehnte lang immer wieder für die SPD in den Hollager Gemeinderat gewählt. 1964 hatte die SPD drei Mandate im Gemeinderat Hollage, 1968 waren es dann 4 Mandate.

In Rulle wurde am 16. April 1969 der SPD-Ortsverein gegründet. Heinrich Bresser wurde zum ersten Ortsvereinsvorsitzenden gewählt. Aber schon 1967 hatten Alfons Besselmann und Heinrich Bresser den Entschluss gefasst, bei der Kommunalwahl im März 1968 für die SPD anzutreten. Beide wurden dann auch in den Rat der Gemeinde Rulle gewählt, in dem dadurch erstmals die SPD vertreten war.

Die Sozialdemokraten aus den Ortsteilen Hollage, Lechtingen, Rulle und Alt-Wallenhorst gründeten am 28. Juni 1972 einen Ortsverein für die durch die Gebietsreform neu entstandene Gemeinde Wallenhorst. Günter Schumacher wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Seitdem wurde die SPD in Wallenhorst geführt von:

Dr. Volker Schmidt-Kohl 1973-1974
Horst Knop 1974-1976
Martin Nardmann 1976-1982
Dieter Kreft 1982-1986
Alfons Bartke 1986-1994
Guido Pott 1994-2001
Franz-Josef Strunk 2001-2002
Thomas Welp 2002-2004
Olaf Abdinghoff-Feldkemper 2004-2009
Jochen Klein 2009-2015
Anika Reinink seit 2015

In den Jahren 2000 und 2001 gelangen der SPD ihre bisher größten Erfolge in Wallenhorst. Im Juni 2000 konnte sich bei der Direktwahl des hauptamtlichen Bürgermeisters unser Kandidat, Ulrich Belde, mit einem sehr guten Ergebnis gegen den Kandidaten der CDU durchsetzen.

Bei der Kommunalwahl 2001 ereichte die SPD 38,2% der Stimmen und konnte so 13 Mandate im Rat erringen. Bemerkenswert war dabei, dass gegenüber der Kommunalwahl 1996 ein Zuwachs von 8,4 % erreicht werden konnte. Und in Rulle ging die SPD erstmals als stärkste Partei aus einer Wahl hervor.

Auch die Kommunalwahl 2006 war für die Wallenhorster SPD sehr erfolgreich. Mit 38,5 % der Stimmen für den Gemeinderat wurde das Ergebnis der Wahl 2001 noch leicht übertroffen. Und wie schon 2001 war auch 2006 die SPD in Rulle mit fast 42 % die stärkste Partei. Mit dem Ergebnis konnten die 13 Sitze im Rat der Gemeinde Wallenhorst gehalten werden.

Ebenso erfolgreich war für die SPD die Wahl des Bürgermeisters. Ulrich Belde, seit dem Jahr 2000 Bürgermeister der Gemeinde Wallenhorst, konnte sich wieder klar gegen den CDU-Mann durchsetzen.

Wie eingangs beschrieben war im Sommer 1968 in Lechtingen ein SPD-Ortsverein gegründet worden. Im Jahr 2008 konnte der Ortsverein somit auf vierzig Jahre zurückblicken. Am 11. Dezember 2008 fand aus diesem Anlass ein Empfang in der Hofstelle Duling statt. Die Festrede hielt Garrelt Duin, MdB und SPD-Landesvorsitzender in Niedersachsen.

Die Kommunalwahl 2011 konnte leider nicht mehr mit einem so guten Ergebnis wie 2001 und 2006 aufwarten. Mit 31,3 % der Stimmen war ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Das bedeutete für die SPD 11 Sitze im neuen Rat der Gemeinde.

Aber 2011 war dennoch ein Novum in der Wallenhorster Politikgeschichte. Da auch die CDU deutliche Verluste hinnehmen musste und nur noch 15 Sitze erreichte, war es erforderlich nach Mehrheiten zu suchen. Nach intensiven Verhandlungen mit den Grünen (4 Sitze) und der Wallenhorster Wählergemeinschaft (3 Sitze) bildeten diese drei Partner schließlich eine Kooperation, die im Rat mit zusammen 18 Sitzen über die absolute Mehrheit verfügt. Somit war die SPD erstmals in Wallenhorst auf der Regierungsbank und die CDU war auf die Oppositionsbank verbannt. Und es konnte von der SPD eine weitere wichtige Position besetzt werden: Hans Stegemann wurde in der konstituierenden Sitzung des Rates am 22.11.2011 zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt.

Im Jahr 2014 stand wieder die Wahl des hauptamtlichen Bürgermeisters an. Da nach verschiedenen Differenzen eine erneute Unterstützung des Amtsinhabers Ulrich Belde für die SPD nicht in Betracht kam, wurde nach einer anderen Lösung gesucht. Der Versuch, einen gemeinsamen Kandidaten aller im Rat vertretenen Fraktionen zu nominieren, scheiterte an der CDU. So verständigten sich SPD, Grüne und Wählergemeinschaft auf Otto Steinkamp als gemeinsamen Kandidaten. Bei der Wahl am 28.09.2014 erreichte Steinkamp fast zwei Dritteln der Stimmen, der Amtsinhaber sowie der CDU-Kandidat mussten sich geschlagen geben.

Nach der Bürgermeisterwahl 2014 verließen fünf Mitglieder die CDU-Fraktion und bildeten die CDW (Christlich Demokratisch für Wallenhorst), die Fraktion der CDU schrumpfte dadurch auf 10 Mitglieder. Damit konnte die SPD erstmals mit 11 Mitgliedern die stärkste Fraktion im Rat der Gemeinde Wallenhorst stellen.

Hans Stegemann
SPD Wallenhorst